Stephan Bratek
Stephan Bratek
Stephan Bratek persönlich & privat
Stephan Bratek persönlich & privat 

Niemand würde sich an den "Guten Samariter" erinnern,

wenn er nur gute Absichten gehabt hätte. Er hatte auch Geld.

- Margaret Thatcher -

Finanzierung

"Ohne Moos nichts los" wurde Ende der 70er bereits durch Gunter Gabriel besungen und drückte melodisch die Notwendigkeit von Finanzmitteln aus.

 

Mitgliedsbeiträge und Umlagen

 

Der Zweck des Idealvereins ist - im Gegensatz zum wirtschaftlichen Verein - nicht auf eine Gewinnerzielung gerichtet. Hauptzweck des Vereins ist ein ideelles Ziel. Nebenzweck und damit untergeordnete Rolle spielt der wirtschaftliche Betrieb, um dieses Ziel zu verwirklichen.

 

Klassisch ist die Finanzierung des Vereins aus Mitgliedsbeiträgen und Umlagen. Hierzu muss die Satzung Regelungen enthalten, ob und welche Beiträge erhoben werden.

Die Höhe der Beiträge bzw. einmaligen Umlagen etc. sollte in einer gesonderten Beitragsordnung geregelt werden, da andernfalls bei jeder Veränderung / Anpassung eine Satzungsänderung  erforderlich wäre.

In diesen Bestimmungen sollte auch der Fall der Nichtbezahlung von Beiträgen geregelt werden, um später vereinfacht eine Mitgliedschaft zu beenden.

Beachten sie, dass der Beitrag sehr entscheidend für die Akzeptanz ihres Vereins ist: soziale, einkommensorientierte Aspekte bzw. die  Zugehörigkeit zu bestimmten Bevölkerungsgruppen sollten hinreichend Berücksichtigung in der Beitragsstruktur finden und fördern den Zuspruch für ihren Verein.

 

In manchen Kommunen werden über freiwillige Zuschüsse auch Vereinsbeiträge für sozialschwächere Einkommensgruppen gefördert.

 

Die Vereinsbeiträge stellen in erster Linie auf "aktive" Mitglieder (natürliche Personen) ab. Ein sinnvolle und nicht zu verkennenende Rolle spielen bei Beiträgen aber auch "passive" Mitglieder und Fördermitglieder. Also Personen, die nicht aktiv am Vereinsleben teilnehmen können (wollen), aber den Vereinsgedanken unterstützen.

 

Fördermitgliedschaften sollten in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit einer Vereinsmitgliedschaft für juristische Personen (u.a. Firmen, Institutionen, Gemeinde, andere Vereine etc.) vorsehen.

 

Spenden

 

Spenden sind Leistungen des Spenders zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke, die ohne rechtliche Verpflichtung gegeben werden (Freiwilligkeit) und denen keine Gegenleistung des Spendenempfängers oder Dritter gegenüber steht (Unentgeltlichkeit).

 

Gesetzliche Regelungen zum Spendenrecht ergeben sich aus der / dem

Abgabenordnung (AO) aktuelle Fassung
Einkommenssteuergesetz (ESTG) aktuelle Fassung
Einkommenssteuer-Durchführungsverordnung (ESTDV) aktuelle Fassung

Im Bereich der Spenden unterscheidet man zwischen

 

Geldspenden Übergabe eines Barbetrages an den Verein
Sachspenden Übergabe eines Gegenstandes (Sache) an den Verein
Leistungsspenden Erbringung einer  Arbeitsleistung für den Verein

Die Geldspende ist die einfachste Form der Spende und relativ unkompliziert. Der Verein bescheinigt dem Spender die Höhe des geleisteten Spendenbetrages.

 

Grundsätzlich stellen Sachspenden auch kein Problem dar. Es darf allerdings nur der Betrag (Wert) der Sache bescheinigt werden, der tatsächlich geleistet wird:

Bei Vorlage der Rechnung - u.a. für neuwertige Gegenstände - wird dieser Betrag als Spendenbetrag bescheinigt. Vorsichtig sollte man bei gebrauchten Gegenständen oder überhöhten Preisvorstellungen des Spenders sein, da die Höhe des bescheinigten Spendenbetrages der vollen Kontrolle durch das Finanzamt unterliegt.

 

Leistungsspenden, z. B. die unentgeltliche Arbeitsleistung für den Verein (Handwerkereinsatz etc.) sind nicht abzugsfähig. Allerdings kann über Umwege dies dennoch erreicht werden:

Die unentgeltliche Leistung wird in Rechnung gestellt und der angegebene Rechnungsbetrag wird dann als "Geldspende" zurückgespendet. Dies ist allerdings nachteilig für den Spender, da er die Einnahmen versteuern muss.

Achtung:

Im eigenen Interesse sollte bei der Bescheinigung von Spendenbeträgen eine besondere Vorsicht gelten, denn:

 

Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig eine unrichtige Bestätigung ausstellt oder veranlasst, haftet für die entgangene Steuer mit 30 % des in der Bestätigung ausgewiesenen Betrages (§ 10 b Absatz 4 Satz 2 Einkommenssteuergesetz). Haftbar ist derjenige, der die Bestätigung unterzeichnet hat und zwar unabhängig davon, ob der Empfänger (Spender) diese steuerlich geltend macht.

Sponsoring

 

Das Sponsoring unterscheidet sich zur Spende dadurch, dass der Sponsorgeber eine Gegeleistung "erwartet".... Ziel ist die Förderung im sportlichen, kulturellen und vergleichbaren Bereichen mittels unternehmensbezogener "Werbung". Grundsätzlich wird diese Öffentlichkeitsarbeit vertraglich geregelt. Der Sponsor kann in aller Regel diese Ausgaben im Rahmen des Betriebsausgabenabzugs verwenden.

 

Sponsoring aus Sicht des Vereines ist nicht ganz unproblematisch. Nur, wenn der Verein zu keiner Gegenleistung verpflichtet wird, also nicht unmittelbar an der Werbung für den Unternehmer mitwirkt, kann er die Einnahmen dem ideellen Bereich zuordnen. Das ist für gewöhnlich der Fall, wenn nur ein "einfacher" Hinweis auf den Sponsor gegeben wird. Dann führen diese Einnahmen nicht zu einer Steuerpflicht.

Ein größeres Ausmaß - Firma XYZ - Cup - etc. oder große Werbebereiche und die aktive Werbung für den Sponsor führen regelmäßig zur Steuerpflicht dieser Einnahmen.

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© Stephan Bratek, Plochingen 2019